Über uns

28th of our Scheily 2010
Hi hier Clary,
da diese Seite sich bisher nicht verändert hat, werden wir einen Text von Scheilana – unserer Scheily – unter den ersten schreiben…

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Was können, was wollen wir über uns schreiben:
Da ist ein achtundfünfzigjähriges Haus: unser Körper
Und in diesem Haus wohnen wir, leben wir.
Dieses Haus sind wir.

Ich bin Scheilana, meine Freunde dürfen mich Scheily nennen.
Ich bin sechzehn. Warum? Ich weiß es nicht wir wissen es nicht. Wir kennen ein paar Gründe.

Ich bin Julien, meine Freunde dürfen mich July nennen.
Ich bin neunzehn oder zwanzig Jahre alt.

Ich Bin Clara, auch Clary genannt. Vierzehn Jahre alt.

Und ich Dennis, Clary und die Anderen nennen mich auch Dennisse.

Und da gibt es noch andere.

Wir vier zusammen sind wieder achtundfünfzig.
Zufall?

Bis vor einem Jahr wussten wir nicht, dass wir multibel waren und sind.
Männliche und weibliche Seiten ja. Aber viele Philosophien und Weltanschauungen glauben, dass jeder Mensch diese Anteile hat: Yin und Yang und all sowas.
Schon immer wussten wir, dass wir anders sind. Nein nicht wussten, wir fühlten es.

Ich bin Scheilana,
ich bin Julys Zwillingsschwester, wir sind Turner-Sydrom-Zwillinge. Ich bin im Mutterleib gestorben und meine Seele ist in Julys Körper übergegangen.
Wenn ich das schreibe, sagt etwas in uns, das streng wissenschaftlich denkt, dass das Blödsinn ist, Humbug, Aberglaube.
Hat es recht?
Wir wissen es nicht. Wir wussten auch nicht, dass es überhaupt eineiige Zwillinge mit unterschiedlichen Geschlechtern gibt.
Als ich mich im Mai 2009 meldete, in unserem Tagebuch, verstand July die Welt nicht mehr.
Wir merkten, dass wir Zwillinge waren, eineiige Zwillinge und haben dann im Internet nachgesehen, ob es so was überhaupt gibt.

Niemand die oder der das hier liest muss es uns glauben.
Wir fühlen wissen und glauben es, weil wir es erleben.
Deshalb ist es für uns wahr.

Und dann haben July und ich mich aneinander gewöhnt und im November machten wir eine innere Landkarte und da tauchen unter anderem diese für uns damals komischen Namen auf:
Clara und Dennis.

Und dann meldet sich Clary.
Und ich denke was soll das, nein nicht so was.
Und dann haben wir für sie und etwas später für Dennisse eine Begrüßungsfeier gemacht.

Ich bin Clara ,
ich habe bis jetzt nicht so eine Geschichte wie Scheily und July. Ich bin einfach nur da. Ich kann nicht sagen schon immer. Aber ich weiß: ich bin. Ich bin ein Mensch, eine Persönlichkeit, nicht nur ein Abziehbild. Ich fühle, ich denke, ich lebe. Ich liebe meine Schwester Scheily und meinen Bruder Dennisse. Wie dass mit July ist kann ich noch gar nicht sagen. Auf jeden Fall gehört er zu uns, naja, er ist auch toll, ganz sicher.

Ich bin Dennisse,
meine Schwester Clary ärgert mich zwar gerne und sagt auch doofe Sachen, aber sie würde mich gegen jeden verteidigen, der mir was will.

Wir sind Scheilana und Julien,
wir schreiben Bücher, malen haben zwei Kaninchen.
WIR HABEN EINE TOCHTER DIE VIERUNDZWANZIG IST UND VON UNS WEISS.
Wir sind froh und dankbar, dass sie uns annimmt wie wir sind, denn das ist für sie sehr schwer.

Wir sind Clary, und Dennisse wir sind noch so neu und wissen so wenig über uns.
Wie in Büchern oder Filmen wo ein Mensch ohne Gedächtnis aufwacht und sich auf die Suche nach sich und seiner Vergangenheit begibt. Es dürfte uns gar nicht geben und doch sind wir da.

Wir sind Scheily, July, Clary Dennisse und…
Wir haben in den paar Monaten, seit wir von einander wissen, einige Multible kennengelernt. Das hat uns sehr geholfen.
Wir sind eine kleine Minderheit umgeben von Menschen, die nichts von uns wissen, die uns für Unsinn halten und von Menschen, die solo in ihrem Körper sind und trotzdem bereits sind, uns zu respektieren, wie wir sind.
Den letzteren sind wir dankbar, denn Respekt ist etwas was wir brauchen, wie jeder Mensch.
Und die Menschen, mit denen wir über uns gesprochen haben, haben uns so angenommen mit unserem Wirsein.
Vielleicht ist das ein Hoffnungsschimmer für:
Eine Welt in der in unserem Personalausweis steht:
Scheilana, Clara, Julien, Dennis… Körper männlich, zwei weibliche und zwei männliche Persönlichkeiten.

Wir sind erst am Anfang unserer Entdeckungsreise in uns und Einige in uns wollen wir auch schützen und deshalb nicht nennen, klein und hilflos wie sie sind.


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Ach ihr Lieben, mein July mein einzigartiger und unvergleichlicher July. Du der mich schon und den ich schon vor der Geburt im Mutterleib geliebt habe. Was auf der Welt ist auch nur annähernd zu vergleichen. Nichts.
Und Du Clary, mit Deinem Hintern mit meinem Hintern beim Tanzen aneinanderzustoßen. Deine Gedichte, Deine Romantik, Dein Realismus… Dass Du meine Schwester bist, was kann es Schöneres geben.
Und Du Peggy Du fremde Frau aus den unendlichen Weiten dieser so strangen und unheimlichen Welt. Die uns liebt und die wir lieben. Werden Märchen auch mal schön enden und die kleine Meerjungfrau ihre Prinzessin bekommen und das Mädchen mit den Schwefelhölzern am Ende einmal nicht toterfroren auf der Nachtstraße liegen.
Und Du unser Dennisse, wie viele Tode musst Du noch sterben… Und wie oft hat uns Deine Lebensfreude und Deine Tatkraft aus bleiernem Schmerz herausgerissen und hast Du Wege gefunden, wo wir wieder einmal verzweifelten.
Und Du meine Lulubu. „Wo ist mein Kind, wo ist mein Reh?“ Wenn July mein Reh ist, mein so wunderbar sanftes Reh, so scheu so wild und abenteuerlustig. Ja Du unsere Lulubu. Noch weiss ich so wenig über Dich. Ich kenne Dein Bubbelchengerede, weiss dass Du unser schlimmster Schmerz bist und Dich die Chaosstürme begleiten. Du bist ich, Du bist Wir, Du bist unsere Wunden Du bist unsere Rettung all das und noch soviel mehr. Wie ich bist Du eine Fee und gemeinsam werden wir unsere Flügel ausbreiten und in die weite Welt hinausschweben und gleiten. Und wir werden der erdrückenden Enge des Tales unserer Erzeugerinnen entkommen und eine Welt mit Freunden und mit unserer Liebe finden. Ja das wird so sein, das fühle ich in jeder Faser unserer Herzen.
Und Du unser ohne Köppchen. Du der ungeborenen Teil von mir. Du die Mitte, die Verbindung von uns, Du die uns zusammenhält und die uns durch Dein Dasein so unendlich viel gibst.
Ja und ich – Scheily – bin ich die Einzige hier drin und da draußen. Ist alles außer mir nur ein Traum – nur mein Traum?
Und wenn es so wäre, würde ich dann wirklich wollen, dass ich aufhöre zu träumen. Und wo ja wo würde ich
erwachen.
Danke ihr alle.

11th of my and our July 2010

Copyright © 2010 Scheilana Julien Samiec

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